Malte Wandel Einheit, Arbeit, Wachsamkeit

Konzept / Informationen

„Wir wollten eine kleine Feier machen. Es wäre einfach. Es gibt eine große Kirche, gleich hier. Wir könnten uns 200 Stühle leihen. Wir könnten eine Kuh schlachten, etwas braten und ein paar Bierchen trinken. Aber leider. Nur die Deutschen können diesen Tag feiern. Wir haben überhaupt keinen Grund zu feiern“, sagt José Alfredo Cossa am 9. November 2009, dem zwanzigsten Jahrestag des Mauerfalls, in perfektem Deutsch an der „Base Central Madgermany“ in Maputo, der Hauptstadt von Mosambik. Vor über 19 Jahren, am 3. November 1990, ist er aus Deutschland in seine Heimat zurückgekehrt. Über sieben Jahre hat er als Vertragsarbeiter in der ehemaligen DDR gearbeitet. Neben ihm waren ca. 16.000 weitere junge Mosambikaner bis 1990 in der DDR. Basis der Beschäftigung der mosambikanischen Vertragsarbeiter war das Abkommen vom 24.2.1979 über zeitweilige Beschäftigung mosambikanischer Werktätiger in sozialistischen Betrieben der DDR. Heute ist Jose Alfredo Cossa Präsident der „Madgermanes“ - der wütenden Deutschen, wie die ehemaligen Vertragsarbeiter in Mosambik genannt werden. Seit nun fast 20 Jahren kämpfen sie mit ihrer Regierung um „das Geld“. 50 % ihrer Sozialversicherungsbeiträge und Abzüge vom Lohn wurden von Deutschland nach Mosambik überwiesen. Insgesamt weit über 100 Millionen USD, die die mosambikanische Regierung bis heute nicht ausgezahlt hat. Viele der „Madgermanes“ leben in großer Armut, nur wenige haben Arbeit und können ein menschenwürdiges Leben führen.

Art und Umfang    Buch und Installation mit großformatigen Fotografien und Videos

Abschluss Diplom (Kommunikationsdesign)
Studienrichtung Foto
Betreut durch Prof. Susanne Brügger
Dirk Gebhardt