Jennifer Braun Mora

Konzept / Informationen

Meine Arbeit zeigt einen Augenblick des Schutzes, der in die Länge gezogen wird: Mora. Temporäre Raum- und Flächengebilde entschleunigen die Zeit. Ich zeige den Zustand zwischen geschützt und ungeschützt, zwischen Innen und Außen. Weiße Folie umschließt Bäume und Wiesen, eine Nebelschicht legt sich auf die Felder und Schnee bedeckt die Landschaft. Die Natur ist in einen Mantel gehüllt. Ich lasse Folien zu fragilen Konstrukten werden, die nur temporär für die Dauer der Aufnahmen existieren. Diese semi-transparenten Gebilde dienen als ephemere Schutzschichten und -räume. Die skulpturalen Raumgebilde sind ein Zusammenspiel aus Verdichtung und Auflösung, aus Nähe und Entfernung. Die Konturen der temporären Membranen sind nicht immer klar, sie verschwimmen, so dass fließende Objekte entstehen. Die Trennschichten zwischen Innen und Außen sind teilweise undeutlich. Eine klare Abgrenzung ist nicht mehr möglich. Obwohl die Schutzfolien teils so verdichtet sind, dass sie für Blicke von Außen undurchdringlich sind, scheinen sie keinen dauerhaften Schutz zu bieten. Äußere Einflüsse, wie ein Windstoß, können sie ins Wanken bringen. »Mora« ist für mich eine Art Reise, eine Wanderung durch die Landschaft, bei der ich im Ursprung des Menschen, der Natur, nach Möglichkeiten des Rückzugs suche. Bei dieser Reise verliere ich das Gefühl für Zeit, baue schwerelos erscheinende Skulpturen und suche in dem daraus entstehenden Raum und in der umgebenden Natur nach dem Zerbrechlichen im Menschen.

Art und Umfang    22-teilige Fotoserie mit Buch

Abschluss Diplom (Kommunikationsdesign)
Studienrichtung Foto
Betreut durch Prof. Caroline Dlugos
Kai Jünemann